Evaluation eines Dashboard-Prototypen für Lehrende in der Alphabetisierung zur interaktiven Auswertung kompetenzdiagnostischer Datensätze
DOI:
https://doi.org/10.57813/eleed.v1i16.265Schlagworte:
Lehrenden-Dashboard, Geringe Literalität, Usability-Testung, ; Lehrenden-Dashboard Design, e-learningAbstract
Laut LEO-Studie 2018 leben in Deutschland 6,2 Millionen deutschsprachige Erwachsene mit geringer Literalität. Diagnose und Förderung der Betroffenen sind zeit- und personalintensiv, da literale Kompetenzen stark variieren und individuelle Förderansätze notwendig sind. Digitale Diagnoseinstrumente können Lehrende dabei unterstützen. Der vorliegende Artikel evaluiert die Nutzung eines interaktiven Dashboard-Prototypen zur Auswertung förderdiagnostischer Daten durch Lehrende hinsichtlich Gebrauchstauglichkeit, Verständlichkeit der Datenvisualisierungen und möglicher Einsatzszenarien. Der Prototyp wurde dazu mit Lehrkräften aus Alphabetisierungskursen und Berufsschulen mittels einer Think-Aloud-Testung getestet. Insgesamt konnten die Getesteten das Dashboard gut bedienen, doch die Ergebnisse unterstreichen ein grundlegendes Designdilemma zwischen Komplexitätsreduktion und der Bereitstellung umfassender Informationen. Die Analyse legt außerdem nahe, dass Fehlinterpretationen der Nutzer:innen weniger auf mangelnde Visualization Literacy als auf fehlendes domänenspezifisches Fachwissen zurückzuführen sind. Die Lehrenden identifizierten verschiedene Einsatzszenarien für die Unterrichtsplanung, Feedbackgestaltung und Diagnostik. Während Lehrkräfte aus Alphabetisierungskursen die mögliche Zeitersparnis betonten, nannten Berufsschullehrende gerade zeitliche Knappheit als Hindernis für den Einsatz. Insgesamt unterstreicht die Analyse der Ergebnisse die Notwendigkeit, bereits in der Entwicklung wie auch in der Evaluation nicht nur technische, sondern auch pädagogisch-didaktische sowie sozio-kulturelle Aspekte zu berücksichtigen und aufeinander zu beziehen.
